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Nadel und Faden

Die ältesten Nadeln mit Öhr waren aus Knochen oder Mammutelfenbein und stammen aus dem Gravettien (späte Altsteinzeit).

Die Entwicklung zur schmückenden Nadel setzte in der Bronzezeit ein, in der sie in zahlreichen Formen vorkommt, von beiden Geschlechtern getragen hielt sie als Grabbeigabe das Totengewand zusammen. Für den Alltagsgebrauch zum Zusammenhalt der Überwurfkleidung wurde sie zur Fibel weiterentwickelt, die nach dem System einer Sicherheitsnadel geschlossen werden kann und so ein Herausrutschen der Fibel aus der Kleidung verhindert.

Das Patchwork- und Quilt-Kunsthandwerk 


Geschichte

Von China ausgehend waren Quiltstoffe im gesamten Orient verbreitet. Kreuzritter nutzten den Stoff für Wämser, die sie unter der Rüstung trugen, und brachten die Kunst des Quiltens nach Europa. Eine starke Kältewelle im 14. Jahrhundert in England führte zu einer weiten Verbreitung von Quiltarbeiten bei Kleidung, Decken und Wandteppichen.

Die frühen amerikanischen Siedler, die mit kleinsten Stoffstücken arbeiten mussten, führten das Quilten gemeinsam mit dem Patchwork zu einer in einigen Gegenden (z. B. bei den Amischen) noch gepflegten handwerklichen Kunstform. Das gemeinsame Arbeiten der Siedlerfrauen bei „Quilting bees“ war ein wichtiges soziales Ereignis, bei dem die vorbereiteten Patchworkstücke gemeinsam zu Quilts verarbeitet wurden. Dabei konnten Neuigkeiten und Geschichten ausgetauscht werden. Je nach Region entstanden verschiedene Stile für die Quilts, die als Bettdecke oder Wandbehang häufig das einzige Schmuckstück in den kargen Blockhütten waren.

 

Gestaltungsarten

Zuerst werden die Textilschichten mit groben Heftstichen oder Sicherheitsnadeln gegen ein Verschieben während der weiteren Bearbeitung fixiert. Dann werden sie mit möglichst kleinen Stichen zusammengenäht, um ein späteres Verschieben insbesondere des Volumenvlieses zu verhindern. Dies kann sowohl mit der Hand als auch mit einer Näh- oder Stickmaschine geschehen, wobei beide Techniken eine überzeugte Anhängerschaft haben.

Beim Quilten von Hand wird eine kurze, dünne Nadel genutzt, deren Stärke sich nach den zu verarbeitenden Stoffen richtet. Zum Schutz sollte zum Handquilten ein Fingerhut verwendet werden. Das Erreichen eines gleichmäßigen Stichbildes erfordert Übung, da die Stiche stets gleich lang und auf Vorder- und Rückseite gleichmäßig sein müssen.

Beim Quilten mit der Nähmaschine wird, sofern dies möglich ist, der Stofftransporteur der Maschine versenkt, sodass der Stoff freihändig geführt werden kann. Zusätzlich gibt es spezielle Quiltfüße, welche sich, meistens durch einen kleinen Arm, der durch die Nadelbewegung ausgelöst wird, auf- und abwärts bewegen und so ein gleichmäßigeres Führen des Stoffes ermöglichen sollen. Auch hier wird durch das Anpassen von Nähgeschwindigkeit und Stoffführung ein möglichst ebenmäßiges Stichbild angestrebt. Ein elektronischer Quiltfuß, bei dem ein Sensor die Bewegung des Stoffes registriert und automatisch an die Geschwindigkeit der Nadelbewegung anpasst, bietet die Möglichkeit, dass eine gleichbleibende Stichlänge auch von Einsteigern erzielt werden kann. Bei großen Langarm-Quiltmaschinen werden der Vorder- und der Rückseitenstoff getrennt auf Rollen aufgespannt; das Vlies liegt dazwischen. Anders als beim normalen Nähen wird der Maschinenkopf auf einem Schlitten manuell oder computergesteuert über das Quiltsandwich geführt.

 

Artikel-Nr.: Thema:
H2-02-01

Quiltausstellung - Künstlergruppe "Lorelie"

Küsterhaus Daverden März 2022

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